Neue Website!

Wir haben eine neue Website und sind ab sofort unter: www.atesh.de erreichbar. Dort findet ihr auch alle Inhalte/Artikel dieser Seite in einem Archiv sortiert. Diese Seite wird nicht mehr aktualisiert.

ATESH – Für eine sozialrevolutionäre Perspektive
Hamburg, 30.März 2014

Bericht zur Frauen*kampftags – Demo 2014

Am 8. März war der Weltfrauen*tag. Aus diesem Anlass gab es in Hamburg eine Demonstration mit etwa 500 Teilnehmenden vom Hauptbahnhof zum Gänsemarkt. Mit vielen verschiedenen Fahnen, Transparenten und Redebeiträgen wurde die Vielfalt der Forderungen aber auch die ebenso vielschichtigten Folgen von Patriarchat, Sexismus und Geschlechterungleichheiten zum Ausdruck gebracht.

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In Deutschland verdienen Frauen* im Durchschnitt 23 % weniger als Männer* für die gleiche Arbeit und das in einem System, wo der Lohn oder Rente für viele nicht zum Leben reicht. Frauen werden in die Rolle der Hausfrau und Mutter gedrängt, wie an der Herdprämie zu sehen ist. Menschen, die nicht in die von der Gesellschaft vorgeschriebene Rolle, passen werden oft ausgegrenzt und diskriminiert. Übergriffe gegen Frauen* sind an der Tagesordnung. In Kriegsgebieten sind Frauen* besonders stark von Gewalt betroffen.  ‘Bericht zur Frauen*kampftags – Demo 2014′ weiterlesen

8ê Adarê – 8. März – 8 Mart: Internationaler Frauen*kampftag 2014!

Wir wollen über unsere Arbeit, Zukunft und unser Leben selbst bestimmen!
Wir kämpfen für die Freiheit und die Selbstbestimmung der Frau*!
Deshalb gehen wir am 8. März auf die Straße.

Weiter Aufruf der Jinên Ciwan Hamburg:

“Dün Rosa ve Clara… Bugün Sara… Özgür Kadınla Demokratik Topluma” 

Mit dem Motto “Gestern Rosa und Clara, heute Sara…- Frauen kämpfen für eine freie Gesellschaft!” möchten wir an die kämpfenden Frauen erinnern, die Geschichte geschrieben haben. Zugleich wollen wir demonstrieren, dass der Kampf von Frauen für eine freie Gesellschaft weiter geht – hier, in Kurdistan und weltweit.

*wir lehnen die Kategorien Mann und Frau ab, doch solange eine gesellschaftliche Unterteilung zwischen Männern* und Frauen* gemacht wird, solange wir sexistischer und patriarchaler Prägung unterworfen sind, und Geschlechter somit in allen Teilen der Gesellschaft wirken, ist eine konkrete Bezugnahme auf diese Kategorien eine politische Position und Strategie (autonomes Frauenreferat Köln, „das M un das S Wort“).

Nachtrag zur Brandstiftung in Hamburg

In der Nacht vom 05. auf den 06.02.2014 brannte ein Haus in der Eimsbüttler Straße 75 in Altona-Nord, nur wenige Minuten entfernt vom belebten Schanzenviertel. Am darauf folgenden Donnerstag Abend waren viele Freund_innen und Nachbar_innen beim Haus in dem sich der Brand ereignete. Vor Ort wurden Blumen und Kerzen niedergelegt, und im Stillen den Brandopfern gedacht.

Am Mittwoch (05.02.2014) gegen 20 Uhr wurde ein Feuer im Treppenhaus des Mehrfamilienhauses bemerkt, der sich sehr schnell ausbreitete. Durch den Rauch und das Feuer wurden 27 Bewohner_innen verletzt. Eine Mutter und ihre beiden Kinder starben. Das Haus ist Teil des Landesbetriebs „Fördern und Wohnen“, das eine „Eingliederungshilfe für Menschen mit seelischen, psychischen Erkrankungen und das Wohnen in Unterkünften für Asylbewerber, Aussiedler und Flüchtlinge sowie Menschen in sozialen Notlagen“ (www.hamburg.de) sein soll. Das Mehrfamilienhaus wurde mehrheitlich durch Geflüchtete bewohnt.

Sehr schnell nach dem Bekanntwerden der Tragödie wurde von der Polizei Brandstiftung als wahrscheinlichste Ursache des tödlichen Feuers kommuniziert. Die Information, dass mitten in Hamburg eine Brandstiftung in einer von Geflüchteten, Asylbewerber_innen und Obdachlosen bewohnten Sammelunterkunft zum Tod von 3 Menschen geführt hatte, führte sofort zu Spekulationen über eine mögliche rassistische Tatmotivation. So schrieben auch wir in einem am Donnerstag Abend verfassten Artikel offensiv von einem “Brandanschlag” und beriefen uns dabei auch nur auf die uns zur Verfügung stehenden Pressemitteilungen der Polizei.

Am Samstag (08.02.2014) präsentierte die Polizei dann einen 13 jährigen Verdächtigen, der die Tat bereits gestanden haben soll. Ein rassistischer Anschlag war damit ausgeschlossen. In dem kurz nach dem Brand von uns verfassten Text schrieben wir bezüglich der vermuteten Brandstiftung, dass “(…) es ein großer Zufall wäre, wenn keine rassistische Motivation dahinter stecken würde.” Eine Fehleinschätzung, die jedoch ihre Gründe hat. ‘Nachtrag zur Brandstiftung in Hamburg’ weiterlesen

Lampedusa in Hamburg – Here to stay!

Unterstützt die Gruppe “Lampedusa in Hamburg” in der neuen Phase ihres Kampfes!

Termine:

Konferenz I: „Warum verlassen Menschen ihre Heimatländer – Wir sind hier, weil ihr unsere Länder zerstört“
01.02.14 | 11-18 Uhr | Gemeindezentrum Barmbek-Basch

Konferenz II: „Der Europäische Krieg gegen Flüchtlinge – das stille Sterben in den Lagern“
08.02.14 | 11-18 Uhr | Gemeindezentrum Barmbek-Basch

Großdemonstration und politisch kulturelle Parade
01.03.14 | 13 Uhr | Hamburg-Hbf – Hachmannplatz

mehr Infos:  lampedusa-in-hamburg.org und facebook.com/lampedusainhamburg

Wir dokumentieren den aktuellen Aufruf von “Lampedusa in Hamburg”:

Eine neue Phase in unserem Kampf!

Ein Jahr nach der Beendigung des EU Programms “emergencia Africa norte”, ein Jahr Leben auf der Straße, drei Jahre nach dem NATO Krieg in Libyen, drei Jahre seit dem Trauma des Krieges und dem Verlust von allem außer dem nackten Leben, zehn Monate des Kampfes für die Anerkennung unserer Rechte in Hamburg, zehn Monate zwischen der Solidarität aus der Gesellschaft und der Ignoranz durch die Regierung steht unser Leben und das unserer Familien immer noch auf dem Kopf. Mit fortschreitender Zeit ohne Veränderung unserer rechtlichen Situation, die uns ermöglichen würde, endlich ein „normales“ Leben zu beginnen, wächst die psychische Belastung auf die Mitglieder unserer Gruppe. Der Satz „Wir haben nicht den NATO Krieg in Libyen überlebt, um auf Hamburgs Straßen zu sterben“ wurde oft von Außenstehenden als übertrieben bezeichnet. ‘Lampedusa in Hamburg – Here to stay!’ weiterlesen

LL-Wochenende 2014: Kommt zum antiautoritären Block!

Wir unterstützen den Aufruf für einen antiautoritären Block auf der Liebknecht-Luxemburg-Gedenkdemonstration am 12.01.2014 in Berlin:

International kämpfen – Gegen Nationalismus, Imperialismus und Krieg

Anfang Januar 2014 findet die alljährliche Ehrung Rosa Luxemburgs und Karl Liebknechts statt. Seit über zwei Jahrzehnten verbindet die Demonstration tagesaktuelle Themen mit dem Gedenken an die beiden RevolutionärInnen. Sie ist damit eine der ältesten, spektren- und generationenübergreifenden Manifestationen der revolutionären Linken in Deutschland. Liebknecht und Luxemburg zu gedenken heißt für uns, sich ihrer Ideen zu erinnern. Darum haben wir einen Aufruf verfasst, der verdeutlicht, dass die Wiederaneignung revolutionärer Ideen und Geschichte notwendig sind, um die Kämpfe von heute und morgen überhaupt führen zu können. Krieg und Krise, rassistische Mobilmachung sowie eine zunehmende soziale Spaltung machen dies notwendiger denn je. ‘LL-Wochenende 2014: Kommt zum antiautoritären Block!’ weiterlesen

Aktionstage für die Aufklärung der Morde an Sakine, Fidan und Leyla!

Am 9. Januar 2013 wurden die kurdischen Revolutionärinnen Sakine Cansiz, Fidan Dogan und Leyla Saylemez im Kurdistan-Informationszentrum im Zentrum von Paris ermordet. Der Mord ist bis heute nicht aufgeklärt. Vom 8. bis zum 11. Januar 2014 finden anlässlich des Jahrestags des Anschlags Aktionstage in Hamburg statt.

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Alle drei waren mutige kurdische Frauen, die für eine demokratische Lösung der kurdischen Frage genauso kämpften wie für die Frauenbefreiung. Sakine Cansiz war eine Frau, die als eine der ersten Führungspersönlichkeiten der PKK gegen grausame Folter und Unterdrückung des türkischen Staates 37 Jahre lang entschlossen Widerstand leistete. Fidan Dogan war Vertreterin des kurdischen Nationalkongresses in Frankreich und Leyla Saylemez war Aktivistin der kurdischen Jugendbewegung.

Seit dem Anschlag ist fast ein Jahr vergangen. Die Strafverfolgungsbehörden in Frankreich verschleppen die Ermittlungen offensichtlich aus Angst vor einer politischen Konfrontation mit dem NATO-Partner Türkei. Frankreich trägt eine Mitschuld an dem Verbrechen. Sowohl der Tatort als auch die Mordopfer wurden von französischen Nachrichtendiensten überwacht. Der in Frankreich inhaftierte Tatverdächtige hat für den türkischen Geheimdienstes MIT gearbeitet. ‘Aktionstage für die Aufklärung der Morde an Sakine, Fidan und Leyla!’ weiterlesen

Unsere Kneipe sagt Tschüss und auf Wiedersehen!

Am 04.12.2013 findet unsere vorerst letzte ATESH-Kneipe in der Jupi-Bar im Gängeviertel statt.
Es waren fast 2!( unglaublich wie die Zeit vergeht) Jahre mit vielen netten Gästen, guten Unterhaltungen, so manch langen Nächten und den besten Cocktails der Stadt.

Wir haben uns aus verschiedensten Gründen aber dazu entschieden unsere Kneipe in der Jupi-Bar zu beenden. Wir wollen uns noch ordentlich verabschieden und laden euch dazu alle nochmal ein:

ATESH – Abschiedskneipe | 04.12.2013 | ab 18h | Jupibar im Gängeviertel
+mit warmen Kakao mit & ohne Schuss +bewerte Klassiker unserer Cocktail-Karte+
+++Klassenkampf statt Adventskranz+++

 Perspektivisch wollen wir euch im nächsten Jahr in einer neuen Location und neuem Termin wiederbegrüßen.

Näheres dazu dann Anfang 2014.

VA: Rojava – Basisdemokratie inmitten des Syrienkrieges

Veranstaltung | Dienstag |  3. Dezember 2013 | 19 Uhr | Planwirtschaft – Klausstr. 10 – Hamburg

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Was als Protestbewegung gegen das rückständige Assad-Regime in Syrien begann, hat sich zu einem brutalen Bürgerkrieg entwickelt. Nicht zuletzt durch die Einmischung westlicher Staaten und der Arabischen Emirate gingen die anfänglichen Impulse für Demokratisierung und gesellschaftliche Teilhabe im Alltag des Krieges verloren. Besonders islamistische und andere reaktionäre Kräfte wurden logistisch, finanziell und militärisch unterstützt und gewannen in den letzten zwei Jahren deutlich an Einfluss. Es kam zu mehreren Massakern an der Zivilbevölkerung durch Gruppen wie der FSA, Al Nusra und das staatliche Militär. Doch neben dem Assad-Regime und den reaktionären Islamisten gibt es eine weitere politische Kraft: Die kurdische Bewegung.

In Rojava, der westkurdischen Region im Norden Syriens, konnte eine progressive Massenbewegung die Assad-Truppen verdrängen und weite Teile der Regierungsverwaltung und Infrastruktur ersetzen. Sie verteidigen ihre Strukturen gegen die islamistischen Banden, die Assad-Truppen und die Einflussnahme der Türkei und haben damit einen dritten Weg in Mitten des Krieges eingeschlagen. In Rojava wird durch Selbstorganisierung und Basisdemokratie eine gesellschaftliche Alternative aufgezeigt und konkret umgesetzt: Rätestrukturen fördern die Mitbestimmung der Bevölkerung, die Produktion von Nahrungsmitteln ist kollektiviert und auch die vollständige Teilhabe von allen nicht-kurdischen Bevölkerungsteilen wurde ermöglicht. Rojava ist damit ein Beispiel für eine fortschrittliche und solidarische Entwicklung in einem zunehmend militarisierten Konflikt.

Die Referentin Sanem Mohamad, Co-Vorsitzende des Volksrates von Rojava, wird in der Veranstaltung über die Erfolge und Schwierigkeiten des Aufbauprozesses sprechen, wobei sie insbesondere auf die Rolle von Frauen eingeht. Auch die Fragen, wie die Menschen in der Region mit den massiven Angriffen von islamistischen Gruppen und einer möglichen NATO-Intervention umgehen und welche Bedeutung das Projekt fügesamt Syrien hat, wollen wir diskutieren.

Projekt Revolutionäre Perspektive (PRP) /// www.prp-hamburg.tk
Tatort Kurdistan – Hamburg /// www.tatortkurdistan.blogsport.de
ATESH – Für eine sozialrevolutionäre Perspektive /// www.atesh.blogsport.eu

SPD und “Lampedusa in Hamburg”

Wir freuen uns einen Gastbeitrag von Amina Aziz veröffentlichen zu dürfen, die in ihrem Artikel den Kontext der aktuellen Politik der Hamburger SPD erläutert und aufzeigt, dass sie die Fortführung des rassistischen Kurses der SPD aus den 90er Jahren ist:

Seit mehreren Monaten solidarisieren sich tausende Menschen aus Hamburg mit den Geflüchteten aus Lampedusa. Vor zwölf Jahren hat der öffentliche Diskurs um Innere Sicherheit Ängste in der Bevölkerung vor sogenannten Minderheiten geschürt und die konservativen politischen Kräfte, zum Beispiel Ronald Schill, an die Regierung befördert. Heute dreht sich die Debatte vor allem um eine gerechte Asyl- und Ausländerpolitik, in der es keinen Platz für Diskriminierung gibt. Die SPD jedoch scheint sich von ihrer damaligen Politik nicht lösen zu wollen.

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Es ist nicht das erste Mal, dass Hamburg die harte Hand von Olaf Scholz zu spüren bekommt. Als er vor mehr als zehn Jahren Innensenator der Hansestadt war, ließ er am Hauptbahnhof Sicherheitswachen einrichten und mehr Videokameras installieren. Die Präsenz von Bundesgrenzschutzbeatmen und anderem Sicherheitspersonal prägen seither das Bild am Bahnhof. Doch nicht nur das Straßenbild Hamburgs veränderte sich damals. Es war im Jahr 2001 als nach über vierzig Jahren SPD die CDU das Bürgermeisteramt übernehmen konnte. Es war die Zeit, als nach massiver politischer und medialer Hetze gegen Schwarze und andere Menschen, eines der dunkleren Kapitel in der politischen Geschichte Hamburgs nach dem zweiten Weltkrieg durch die Regierungsbeteiligung von Ronald Schill angeschlagen wurde. Es war die Zeit, als der öffentliche Diskurs von Themen wie Innerer Sicherheit und Drogenkriminalität bestimmt war. Das Law and Order Konzept der Schwarz-Schillschen Regierung war eine Fortführung dessen, was unter Scholz und seinem Vorgänger Hartmut Wrocklage bereits angefangen wurde: Das diskriminierende Vorgehen gegen Minderheiten, die nicht in ihre Vorstellung einer weltoffenen Stadt passten. Es war die Hamburger SPD, die Menschen mit schwarzer Hautfarbe zu Drogendealern stilisiert hatte. Plötzlich war jeder Schwarze, der Goldketten und Markenklamotten trug, verdächtig. Letztlich hat Olaf Scholz den Brechmitteleinsatz gegen vermeintliche Drogenhändler eingeführt, was den tragischen Tod Achidi Johns zu Folge hatte. Die SPD hat sich damals nicht von dem öffentlichen Diskurs emanzipiert, indem sie sozialdemokratische Politik erneut definiert und eigene Argumente in Diskussion eingebracht hat. In einer Zeit, in der die Hetze gegen Minderheiten zunahm, wären aber genau das notwendig gewesen. Doch die SPD hat stattdessen lieber Populismus betrieben. ‘SPD und “Lampedusa in Hamburg”’ weiterlesen

Sana ne, Tayyip?! Was geht dich das an, Tayyip?!

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hat hat vor einigen Tagen angekündigt, dass er gegen Studierenden WGs vorgehen möchte, in denen Männer* und Frauen* zusammen wohnen. „Es entspreche nicht seinem konservativen Demokratieverständnis“ sagte er. „Man wisse nicht, was in diesen WGs vor sich geht.“ Nachbar_Innen und Vermieter_Innen sind angehalten, die Polizei zu verständigen, wenn sie Verdacht schöpfen. Aus der AKP, also der amtierenden Partei von Tayyip Erdogan, hieß es sogar, dass geschlechtergemischte Wohnungen zu Terrorismus und Prostitution führen.

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Daher kündigte er an, dass WGs kontrolliert werden sollen. In einigen Städten im türkischen Staatsgebiet gab es bereits nächtliche Kontrollen von Wohnungen durch bis zu 30 Polizist_Innen, die ohne Durchsuchungsbeschluss um 1 Uhr nachts in Wohnungen eindrangen und sogar Bußgelder verhängten, wegen „Störung der öffentlichen Ruhe“.

Wieder einmal ist Erdogan mit dieser Aktion zu weit gegangen und versucht besonders den jungen Menschen, seine Vorstellung von Moral und Sittlichkeit aufzuzwingen. Der Staat mischt sich brutal in das Leben der Menschen ein, die Veränderungen und Emanzipation wollen.

Doch dieser Angriff richtet sich insbesondere gegen die Frauen*. Es ist dem Staat relativ egal, mit wem die Männer* zusammen leben. Die Frauen* allerdings dürfen nicht unverheiratet mit Männern* zusammen wohnen, weil das ihre „Ehre“** gefährden kann. Doch was ist diese Ehre? Es ist nichts anderes als eine Fremdbestimmung. Denn Männer* entscheiden, wann eine Frau* „ehrvoll“ ist, und durch was sie ihre „Ehre verliert“.

In vielen Lebensbereichen versuchen Staaten, mit deren männlich dominierten Regierungen uns in unseren Freiheiten zu beschränken. Sei es Abtreibung, gleichgeschlechtliche Ehe oder die (Mit-)Schuldfrage bei sexuellen Übergriffen. Immer noch gilt „Mutter sein“ als einzige/wichtigste Aufgabe und Erfüllung des „Frau seins“. Und das ist der einzige Bereich, in dem der Staat seinen angeblich Hilfe anbietet wie zum Beispiel das Erziehungsgeld, was nur dazu dient, uns zu Hause einzusperren.

Unsere wichtigste Aufgabe ist aber im Moment Widerstand leisten! Es geht den Staat überhaupt nichts an, mit wem ich meine Wohnung oder mein Bett teile. Und ob ich Ehre habe oder verloren habe, bestimme einzig und allein ich. Wir müssen uns von den Fremdbestimmungen und Kontrollversuchen durch sexistische und patriarchal denkenden Menschen lösen. Und das heißt wieder einmal Kämpfen; für Freiheit und Selbstbestimmung!

*wir lehnen die Kategorien Mann und Frau ab, doch solange eine gesellschaftliche Unterteilung zwischen Männern* und Frauen* gemacht wird, solange wir sexistischer und patriarchaler Prägung unterworfen sind, und Geschlechter somit in allen Teilen der Gesellschaft wirken, ist eine konkrete Bezugnahme auf diese Kategorien eine politische Position und Strategie (autonomes Frauenreferat Köln, „das M un das S Wort“).

**wir lehnen die nicht hinterfragte Verwendung des Begriffs „Ehre“ ab, da die Bedeutung besonderes in der deutschen Geschichte höchst problematisch ist und sowohl früher als auch heute benutzt wird, um das Handeln von Menschen, die aus der Norm fallen, anzugreifen. Doch genau um dies aufzuzeigen, wurde der Begriff in diesem Text verwendet.

Solidarität mit Ayşe Gökkan!

Zur solidarischen Weiterverbreitung veröffentlichen wir die Erklärung von CENÎ – Kurdisches Frauenbüro für Frieden e.V zum Hungerstreik von Ayşe Gökkan und der Situation an der türkisch-syrischen Grenze:

 

Kurdische Frauen rufen zur Solidarität mit Ayşe Gökkan auf!

Die Bürgermeisterin der kurdischen Stadt Nisêbîn (Nusaybin) Ayşe Gökkan ist am 31. Oktober in den unbefristeten Hungerstreik getreten. Sie protestiert mit ihrer Aktion gegen den geplanten Mauerbau an der türkisch-syrischen Grenze von Seiten der Türkei

Am 12. Oktober begann die türkische Regierung mit dem Bau einer Mauer an der türkisch-syrischen Grenze zwischen Nisebin (Nusaybin)auf türkischer Seite und Qamişlo (auf syrischer Seite). Angeblich will die türkische Regierung die Grenze zu Syrien mit der Mauer „sichern“. Die AKP-Regierung eskaliert damit erneut die Angriffe gegen die kurdische Bevölkerung und ihre Freiheitsbewegung. Dies geschieht in einer Phase, in der die politische Lösung der kurdischen Frage erstmals in greifbare Nähe gerückt war und ein Dialog der Konfliktparteien begonnen hatte.

Der Mauerbau ist Teil einer Isolations- und Embargopolitik gegen die kurdischen Gebiete in Rojava (Westkurdistans/Nordsyrien). Die Bevölkerung von Rojava leidet unter akutem Lebensmittel- und Medikamentenmangel, während die Türkei die Situation durch Maßnahmen, die einen Grenzhandel unmöglich machen sollen, verschärft. Bereits am 30. Oktober hatte Gökkan einen Sitzstreik an der türkisch-syrischen Grenze inmitten eines Minengebiets begonnen. Gökkan erklärte, dass sie ihre berechtige Aktion fortsetzen werde, bis der Mauerbau vollständig eingestellt wird. Zudem erklärte Ayşe Gökkan, dass sie, obwohl sie die Bürgermeisterin von Nisêbîn sei, welches direkt an der Grenze liegt, bisher vom türkischen Staat keinerlei Informationen zum Mauerbau erhalten habe.

Die türkische Regierung will die Grenze zwischen den KurdInnen, die für die dort lebende Bevölkerung ohnehin die bedeutungslos ist, verstärken. So betrachtet die lokale Bevölkerung Nisebin auf der türkischen Seite und Qamişlo auf der syrischen Seite der Grenze als eine Stadt, die auch durch eine künstlich geschaffene Grenze nicht voneinander getrennt werden kann. Auch steht das Mauerbauprojekt für Gökkan in direkter Verbindung zur Politik der Türkei gegenüber Rojava. „Die Türkei betrachtet Rojava als eine Gefahr für sich. Sie versucht daher die Revolution dort zum Ersticken zu bringen. Das Ziel der Mauer ist es, Rojava weiter zu isolieren, das Gebiet von den KurdInnen jenseits der Grenzen abzukapseln”, so Gökkan in einer Erklärung.

Cenî - das Kurdische Frauenbüro für Frieden e.V. unterstützt die Forderungen der kurdischen Bevölkerung und den Protestakt der Bürgermeisterin Ayşe Gökkan. Denn der Krieg und die Repression gegen die kurdische Bevölkerung in der Türkei und Syrien, aber auch der wachsende Widerstand gegen die menschenverachtende Politik der AKP-Regierung, haben ein Ausmaß erreicht, welches die Dringlichkeit einer politischen Lösung der kurdischen Frage stärker denn je deutlich macht. Auch um weiteren Schaden für die Gesundheit der Bürgermeisterin Ayşe Gökkan zu verhindern, vor allem aber, weil wir ihre Forderung rückhaltlos unterstützen, rufen wir alle Frauen- und Menschenrechtsorganisationen, die EU und UN-Gremien auf, umgehend tätig zu werden:

• Solidarität mit der Hungerstreikaktion von Ayşe Gökkan!!!

• Weg mit der „Mauer der Schande!!!

• Unterstützung für den gerechten Kampf der Bevölkerung Kurdistans für ein Leben in Freiheit und Würde!!!

Die Zeit ist reif und drängt – für eine politische Lösung der kurdischen Frage!
Düsseldorf, 04. November 2013

CENÎ – Kurdisches Frauenbüro für Frieden e.V. 
Quelle: ANF-News, Erklärung BDP und ISKU-Informationsstelle Kurdistan 31.10.2013

 

Erklärung als PDF

Die aktuellsten Infos findet ihr bei der ISKU – Informationsstelle Kurdistan e.V

 

PKK Verbot aufheben – Bundesweite Demonstration am 16.11. in Berlin

Ge­mein­sa­me An­rei­se aus Hamburg per Bus:
16.​11. | 7 Uhr | ZOB HBF
Ti­ckets gibts für 10€ in der Buch­hand­lung im Schan­zen­buch­hand­lung (Schul­ter­blatt 55) oder di­rekt an den Bussen

Berlin-Demo-web-vorne

Am 16.11.2013 findet in Berlin, anlässlich des 20. Jahrestages des Betätigungsverbotes für die Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) in Deutschland, eine bundesweite Demonstration unter dem Motto: “Friedensprozess unterstützen – PKK-Verbot aufheben” statt.

Es gibt eine breite Mobilisierung zu dieser Demonstration – Aufruf & Anreisekoordinierung unter: friedenstattverbot.blogsport.de .

Wir unterstützen die Mobilisierung mit Antifa Genclik Enternasyonal-Flyern, diese könnt ihr unter atesh@riseup.net bestellen!
Flyer Vorderseite | Flyer Rückseite

pkk_flora
Lasst uns ein Zeichen der internationalen Solidarität setzen und gemeinsam mit unseren kurdischen Genoss_innen am 16.11.2013 in Berlin auf die Straße gehen!

 


			
		

Lampedusa in Hamburg – We are here to stay!

Raus auf die Straße – unterstützt die Kämpfenden von “Lampedusa in Hamburg”!

Termine:

NEU! Jeden Advents-Samstag “Lampedusa in Hamburg” – Demo durch die Innenstadt

30.11. – 07.12. – 14.12. – 21.12. | 12.00 Uhr | Protestzelt (Steindamm 2, Hamburg-HBF)

 

Aktuelle Informationen und Ankündigungen unter: lampedusa-in-hamburg.org und facebook.com/lampedusainhamburg

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Wir dokumentieren den Aufruf der Gruppe “Lampedusa in Hamburg” zu den Adventsdemos:

Der Senat weigert sich weiterhin, unser Problem zu lösen – wir demonstrieren für unsere Rechte!

Am 27.11.2013 wird die letzte Mittwochsdemo unter dem Motto “Lampedusa in Hamburg – We are here to stay!” stattfinden. Stattdessen ruft die Gruppe “Lampedusa in Hamburg” an allen vier Advents-Samstagen zu Demonstrationen durch die Innenstadt auf.

Advents-Demonstrationen

30.11 | 07.12. | 14.12. | 21.12.

immer um 12 Uhr am Protestzelt (Steindamm 2, Hamburg-HBF) ‘Lampedusa in Hamburg – We are here to stay!’ weiterlesen

Nach dem Mord an dem Antifaschisten Pavlos – ein Augenzeugenbericht.

In der Nacht vom 17.09.2013 auf den 18.09.2013 wurde der Rapper und Antifaschist Pavlos Fyssas a.k.a. Killah P von mehr als 10 Mitgliedern der Neonazi-Partei „Chrisy Avgi“ durch die Straßen gejagt, umzingelt und mit zwei Messerstichen in den Bauch und ins Herz erstochen. Ein Freund in Athen berichtet von der Zeit kurz nach dem faschistischen Mord.

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„Der Mord an Pavlos war für viele Leute in Athen ein ziemlicher Schock. Als ich am nächsten Morgen ins Büro kam, war das Erste was eine Arbeitskollegin zu mir gesagt hatte, dass ein Junge von Chrisy Avgi (1) in Athen ermordet wurde. Ich habe gleich meinen Laptop angemacht und mir die beiden bekannten englischsprachigen Zeitungen online angeschaut (2). Zu diesem Zeitpunkt (ca. 11 Stunden nach dem Mord) war klar, dass es im ganzen Land um 18 Uhr Demos geben wird. Ich habe mich sehr lange und ausführlich mit meinen Arbeitskolleginnen unterhalten, da eine von ihnen sehr gut über die politischen Aktivitäten in Griechenland und über Chrisy Avgi informiert ist. Eine andere Kollegin hat mich am Ende des Gesprächs sehr ernst angeguckt und meinte zu mir:
„The war has started.“

Die Busse in Richtung des Ort des Mordes waren voll mit Aktivist_innen. Zudem sind etliche Leute mit Rollern und Autos zum Ort der Demo gefahren. Die Demonstration begann am Ort der Ermordung, eine zweispurige Einkaufsstraße mit vielen kleinen Geschäften und Gastronomie. Über den Lokalen wohnen Menschen, eine Mischung aus Wohn- und Gewerbegebiet. Also keine unbewohnte Einkaufsstraße wie wir sie z.B. aus Hamburg kennen. Als wir dort ankamen, hat die Demo gerade angefangen. Die Demo war für unsere Verhältnisse riesig. Es waren unglaublich viele junge Leute und Gruppen anwesend, dazu kommunistische Gruppen, Parteien und andere linke Organisationen, viele Anarchist_innen, aber auch ganz verschiedene Leute. Daneben waren viele, viele Erwachsene und auch alte Leute am Start. Es war einfach eine Mischung aus verschiedenen Leuten.

Die Demo hatte einen sehr kämpferischen Charakter und es wurden ständig Parolen gerufen, die natürlich gegen den Faschismus gerichtet waren. Aber auch immer wieder Rufe, in denen klar auf die Zusammenarbeit zwischen Polizei und Neonazis hingewiesen wurde (3). Kurz darauf wurde die Polizeiwache angegriffen, an der die Demo vorbei ging. Ich habe von weitem nur noch Rauch, Steine, Böller und andere Feuerwerkskörper fliegen sehen. Nach ca. einer Minute sind dann alle zurück gelaufen, weil die Polizei es sich nicht länger gefallen lassen hat. Und dann ging es erst mal eine Zeit lang hin und her. Nach vorne Angriff…zurück…dann wieder nach vorne usw. Außerdem wurde die Demo wohl gespalten, das heißt, dass ein Teil der Demo zuerst friedlich an der Wache vorbei gegangen ist. Und daraufhin wurde die Polizeiwache von zwei Seiten angegriffen. Von dem Pfefferspray haben mein Kollege und ich nicht besonders viel abbekommen, dennoch hatten wir Tränen in den Augen weil die Leute um uns herum voll mit dem Zeug waren. Viele Leute waren vorbereitet und hatten Gasmasken, Schals, Tücher und Schutz für die Augen mitgebracht.

Nach einiger Zeit war dann erst mal Stillstand, die Demo stand und aus verschiedensten Straßen war nur noch dichter schwarzer Rauch zu sehen. Als wir nach einiger Zeit in die Straße der Ermordung zurückkehrten waren überall Menschen auf den Straßen. Müllcontainer brannten und einige Leute zerstörten die Scheiben von Banken. Dies schien kein Problem zu sein, da weit und breit keine Polizei war.

Am Ort des Mordes gab es dann zum ersten Mal an diesem Tag einen Platz an dem alles still war. Blumen, Fotos und auf Papier geschriebene Botschaften lagen an dem Ort des Mordes. Ein bewegender Moment. Und es war nicht mal ein ganzer Tag seit dem Mord vergangen. Es war nun so zwischen 20 und 21 Uhr (20 Std. nach dem Mord).

Als wir dann weiter durch die vollen Straßen gingen, waren auch größere Polizeieinheiten unterwegs. Immer wieder sahen wir kaputte Scheiben von Banken. An diesem Abend gab es insgesamt wohl über 100 Festnahmen.

Um einschätzen zu können, was der Mord für die antifaschistische Bewegung bedeutet, bin ich noch zu frisch hier in Athen. Aber am nächsten Tag haben alle größeren Tages- und Lokalzeitungen das Thema aufgegriffen. Titelblätter waren mit Bildern und Grafiken gestaltet. Es war DAS Thema der Woche (4). Die Regierung ist ebenfalls geschockt gewesen, es wurden Dienstreisen abgesagt und und es wird an einem Gesetz gearbeitet, dass Chrisy Avgi und andere faschistische Gruppen verbieten soll. Die Leute sind gesapnnt, ob das wirklich passieren wird. Denkbar wäre es, da dieses Gesetz von der gesamten Opposition (SYRIZA, Demokratische Linke, Kommunisten) ebenfalls mitgetragen werden würde. Die Chancen stehen meiner Meinung nach gar nicht so schlecht dafür. Obwohl die letzten Umfragen Chrisy Avgi als drittstärkste Kraft (ca. 15 %) sehen, kann ich mir vorstellen, dass nun viele Leute keinen Bock mehr auf diese Partei haben. Trotzdem befürchtet meine Arbeitskollegin, dass Chrisy Avgi bei den Kommunalwahlen 2014 einige Bürgermeister stellen wird, was ganz schön krass wäre.

Ich glaube, dass Chrisy Avgi durch den Mord jetzt an Boden verloren hat und Bürger_innen sich wohl eher abwenden werden. Vielleicht ist es auch nur meine Hoffnung. Aber offensichtlich ist die antifaschistische und linke Bewegung dadurch hier ganz schön „wach“ geworden.

Morgen wird Chrisy Avgi wohl im Athener Stadtteil Nikea Essen umsonst an „Griechen“ verteilen (das haben sie hier schon einige Male gemacht, um mit einer „harmlosen“ Aktion Leute zu ködern).
Aus der Antifa-Bewegung wird kräftig dagegen mobilisiert. Ein Aktivist aus dem selbstverwalteten Zentrum „Steki Metanaston“ glaubt, dass die Veranstaltung abgesagt wird. Auch einige Büros von Chrisy Avgi wurden bereits angegriffen.
Außerdem hat die Polizei einen Tag danach mehrere Büros von Chrisy Avgi durchsucht, auch um zu ermitteln ob die Parteispitze in den Mord involviert sein könnte.

Die Bedeutung des Mordes ist wie gesagt für mich schwer einzuschätzen, aber nach meinen Erlebnissen und dem was ich gesehen habe, glaube ich, dass „the war“ nun wirklich begonnen hat. Heute habe ich noch in einem Gespräch erfahren, dass die Neonazis in Griechenland lange Zeit nicht ernst genommen wurden, aber das hat sich mit diesem Mord geändert.“

Wir wünschen den Genoss_innen in Griechenland und den Freund_innen und Angehörigen von Pavlos viel Kraft für die bevorstehenden Tage.

Solidarität mit den griechischen Antifas!

“Der Faschismus wird nicht von alleine sterben. Zerschlagt ihn!” (Parole auf der Demo gegen Chrysi Avgi am 25.09. mit 50.000 Teilnehmer_innen)

Fußnoten:
1: Chrisy Avgi: die Griechische Nazipartei, auch bekannt als „Goldene Morgenröte“ oder „golden dawn“. Weitere Infos: http://www.rosalux.de/publication/39832/neonazistische-mobilmachung-im-zuge-der-krise.html

2: www.enetenglish.com und www.ekathimerini.com

3: Offensichtliche Zusammenarbeit zwischen Neonazis und Polizei im Kampf gegen linke Bewegungen in Griechenland – auch auf der Straße: https://www.youtube.com/watch?v=reOykfX34No
Der englischsprachige Wikipedia-Eintrag beinhaltet einen Absatz über die Zusammenarbeit von Chrysi Avgi und der Polizei (mit weiterführenden Quellen): http://en.wikipedia.org/wiki/Golden_Dawn_(Greece)

4: Zeitungsbericht: http://www.ekathimerini.com/



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